Von München ins Umland ziehen: Welcher Ort passt zu wem?
Irgendwann kommt bei vielen Münchnern der Moment. Das zweite Kind ist unterwegs, die Dreizimmerwohnung wird eng, und die Mieten für etwas Größeres in der Stadt sprengen jeden Rahmen. Also wird gesucht, erst in Pasing, dann in Allach, dann plötzlich in Dachau, Fürstenfeldbruck oder Freising. Wir ziehen jedes Jahr viele Familien und Paare genau in diese Richtung um, und eine Sache hören wir danach fast immer: „Hätten wir das mal früher gemacht.“
Aber nicht jeder Ort im Umland passt zu jedem. Deshalb hier ein ehrlicher Überblick über die Orte, in denen wir besonders viel unterwegs sind.
Was man vorher wissen sollte
Bevor es um einzelne Orte geht, drei Dinge, die bei der Entscheidung oft zu kurz kommen. Die S-Bahn ist wichtiger als die Entfernung. Ein Ort, der 30 Kilometer weg liegt und eine direkte S-Bahn hat, ist im Alltag oft näher als einer mit 15 Kilometern und zweimal Umsteigen. Seit dem Deutschlandticket spielt die Tarifzone für viele Pendler ausserdem kaum noch eine Rolle, das hat den Blick auf das weitere Umland verändert. Günstiger heißt nicht günstig. Das Umland ist im Schnitt günstiger als die Stadt, aber gerade die Orte mit guter Anbindung haben ordentlich angezogen. Starnberg oder Gräfelfing spielen preislich in einer eigenen Liga, Dachau, Fürstenfeldbruck oder Erding sind meist etwas entspannter, Ingolstadt und Augsburg noch einmal deutlich. Das Auto kommt meistens zurück. Wer in der Stadt ohne Auto gut gelebt hat, braucht im Umland häufig wieder eins, spätestens für Großeinkauf, Kita oder Arzt. Wie das Ummelden dann läuft und warum das „M“ im Landkreis eine andere Behörde bedeutet als in der Stadt, steht im Beitrag Auto ummelden nach Umzug.Dachau und Karlsfeld: kurz, direkt, bodenständig
Dachau ist für viele der logische erste Schritt aus der Stadt. Mit der S2 ist man in rund 20 Minuten am Hauptbahnhof, die Altstadt auf dem Berg hat echten Charme, und Richtung Amper wird es schnell grün. Karlsfeld liegt noch näher an München, ist ruhiger und hat mit dem Karlsfelder See ein eigenes Naherholungsgebiet. Wir sitzen selbst in Dachau, und ein Umzug Dachau ist für uns quasi Heimspiel. Ein Umzug Karlsfeld übrigens auch.Fürstenfeldbruck: Kreisstadt mit Altstadtgefühl
Die S4 verbindet Bruck direkt mit der Innenstadt, die Fahrzeit ist etwas länger als von Dachau. Dafür bekommt man eine echte Kleinstadt mit Kloster, Amper und eigenem Leben, keine reine Schlafstadt. Familien schätzen die Schulen und Vereine. Wer einen Umzug Fürstenfeldbruck plant, sollte die engen Straßen in der Innenstadt bei der Planung im Blick haben.Freising und Erding: für alle, die zum Flughafen müssen
Beide liegen im Nordosten und sind besonders beliebt bei Menschen, die am Flughafen oder in den Gewerbegebieten dort arbeiten. Freising hat mit dem Domberg und der Uni eine überraschend junge, lebendige Seite und ist per S1 und Regionalzug angebunden. Erding erreicht man mit der S2 und hat eine schöne, kompakte Altstadt. Ehrlicherweise sollte man in beiden Orten vor dem Unterschreiben einmal genau hinhören, denn je nach Ortsteil ist der Flugverkehr mal mehr, mal weniger präsent. Für einen Umzug Freising oder einen Umzug Erding sind wir regelmäßig vor Ort.Unterschleißheim, Oberschleißheim und Ismaning: nah dran
Wer nicht weit weg will, landet oft hier. Unter- und Oberschleißheim liegen an der S1 im Norden, mit Schlossanlage, Regattastrecke und viel Grün drumherum. Ismaning im Nordosten ist an die S8 angebunden und hat ein eher gehobenes, ruhiges Wohngefühl. Alle drei gehören zum Landkreis München, sind also gefühlt eher Stadtrand als Land.Gräfelfing, Planegg und Starnberg: der Südwesten
Würmtal und Seenland, das ist die Gegend für alle, die Natur direkt vor der Tür wollen und bereit sind, dafür mehr zu zahlen. Die S6 fährt durch alle drei Orte. Gräfelfing und Planegg sind ruhig, grün und nah an der Stadtgrenze, Starnberg bietet See und Berge im Blick, aber auch die höchsten Preise der Region. Gerade bei Häusern in Hanglage oder mit engen Zufahrten im Umzug Starnberg lohnt sich eine Besichtigung vorab.Ingolstadt und Augsburg: die eigenständigen Städte
Das sind keine Vororte, sondern Städte mit eigenem Arbeitsmarkt. Trotzdem pendeln viele von dort nach München, mit Regionalzug oder ICE ist das je nach Verbindung gut machbar. Wer hier hinzieht, bekommt deutlich mehr Wohnraum fürs Geld und eine komplette Infrastruktur. Wer seinen Job in München behält, sollte die Pendelzeit aber ehrlich gegenrechnen, nicht nur am ersten Tag, sondern im fünften Winter.Was beim Umzug raus aus der Stadt anders ist
Ein Umzug von der Münchner Wohnung ins Haus im Umland ist selten ein Umzug von gleich zu gleich. Typischerweise kommt mehr dazu, als man denkt:- Mehr Volumen auf dem Rückweg. Gartenmöbel, Werkzeug, Kinderfahrzeuge, alles, was in der Stadt bei den Eltern im Keller stand, wird jetzt plötzlich mitgenommen.
- Längere Strecke, mehr Planung. Die Fahrt aus Schwabing nach Freising dauert länger als quer durch die Maxvorstadt, entsprechend früher muss der Tag starten.
- Parken in der Stadt. Am Startpunkt in München ist der Platz für den Lkw oft der Engpass, das muss vorher geregelt sein.
- Was nicht mit soll. Der Umzug ist die Gelegenheit, Altes loszuwerden. Eine Entrümpelung vorab spart Volumen und damit Geld.