Erste eigene Wohnung: Die Checkliste für den Auszug bei den Eltern
Der Auszug aus dem Elternhaus ist einer dieser Schritte, auf die man sich jahrelang freut und die dann doch überraschend viele Fragen aufwerfen. Was kann ich mir überhaupt leisten? Welche Verträge brauche ich plötzlich selbst? Und was gehört wirklich in die Wohnung, bevor die erste Nacht dort ansteht? Diese Checkliste führt Sie durch alle Stationen, vom Budget über den Papierkram bis zum Umzugstag, damit der Start in die erste eigene Wohnung nicht am Organisatorischen scheitert.
Bevor die Suche beginnt: Budget und Unterlagen
Die wichtigste Zahl steht am Anfang: Als Faustregel sollte die Warmmiete nicht mehr als rund ein Drittel Ihres monatlichen Nettoeinkommens ausmachen. Rechnen Sie ehrlich, denn zur Miete kommen Strom, Internet, Rundfunkbeitrag, Lebensmittel und Mobilität dazu, die bisher oft die Eltern mitgetragen haben. Für die Bewerbung um eine Wohnung sollten diese Unterlagen bereitliegen:- Mieterselbstauskunft (Formular des Vermieters oder formlos vorbereitet)
- Einkommensnachweise wie Gehaltsabrechnungen, Ausbildungsvertrag oder Immatrikulationsbescheinigung
- Schufa-Auskunft, einmal jährlich kostenlos als Datenkopie erhältlich
- Bürgschaftserklärung der Eltern, die bei geringem eigenen Einkommen viele Vermietertüren öffnet
Der Papierkram: Diese Anmeldungen stehen jetzt zum ersten Mal an
- Ummelden beim Einwohnermeldeamt: innerhalb von zwei Wochen nach Einzug, mit der Wohnungsgeberbestätigung, die Ihnen der Vermieter ausstellen muss
- Rundfunkbeitrag: Mit der ersten eigenen Wohnung werden Sie selbst beitragspflichtig, aktuell rund 18 Euro im Monat. Die Anmeldung geht online, sonst kommt die Post von selbst
- Strom anmelden: am besten vor dem Einzug einen eigenen Tarif abschließen. Wer nichts tut, rutscht automatisch in die meist teurere Grundversorgung
- Internet: früh kümmern, denn zwischen Bestellung und Schalttermin liegen oft zwei bis vier Wochen
- Haftpflichtversicherung prüfen: Während der ersten Ausbildung oder des Erststudiums sind Sie häufig noch über die Eltern mitversichert. Ein Anruf bei deren Versicherung klärt das, bevor Sie unnötig doppelt zahlen
- Hausratversicherung: bei einer ersten Einrichtung mit überschaubarem Wert verzichtbar, spätestens mit teurer Technik und neuen Möbeln aber sinnvoll
- Nachsendeauftrag oder Rundmail: Bank, Handyvertrag, Ämter und Abos über die neue Adresse informieren
Erstausstattung: Die Tag-1-Liste und die Kann-warten-Liste
Der häufigste Fehler beim ersten Auszug ist der Versuch, die komplette Wohnung vor dem Einzug fertig zu kaufen. Das sprengt jedes Budget und führt zu Fehlkäufen, weil Sie die Wohnung noch gar nicht bewohnt haben. Trennen Sie stattdessen konsequent in zwei Listen.Das brauchen Sie wirklich am ersten Tag
- Matratze und Bettzeug, notfalls vor dem Bettgestell
- Duschvorhang, Handtücher, Toilettenpapier und ein Basis-Set Hygieneartikel
- Grundausstattung Küche: ein Topf, eine Pfanne, Geschirr und Besteck für zwei, ein scharfes Messer, Wasserkocher
- Kühlschrank und Waschmaschinen-Lösung, wobei ein Waschsalon die ersten Wochen überbrückt
- Lampen mit Glühbirnen, denn viele Wohnungen werden ohne einen einzigen Deckenanschluss mit Leuchte übergeben
- Werkzeug-Basics, Verlängerungskabel, Erste-Hilfe-Kleinigkeiten
Das kann entspannt warten
- Sofa, Esstisch und alles, was das Wohnzimmer schön macht: erst wohnen, dann kaufen
- Deko, Teppiche, Vorhänge, die zweite Garnitur von allem
- Küchengeräte jenseits der Grundausstattung, vom Mixer bis zur Kaffeemaschine mit Ambitionen