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Erste eigene Wohnung: Die Checkliste für den Auszug bei den Eltern

Der Auszug aus dem Elternhaus ist einer dieser Schritte, auf die man sich jahrelang freut und die dann doch überraschend viele Fragen aufwerfen. Was kann ich mir überhaupt leisten? Welche Verträge brauche ich plötzlich selbst? Und was gehört wirklich in die Wohnung, bevor die erste Nacht dort ansteht? Diese Checkliste führt Sie durch alle Stationen, vom Budget über den Papierkram bis zum Umzugstag, damit der Start in die erste eigene Wohnung nicht am Organisatorischen scheitert.

Bevor die Suche beginnt: Budget und Unterlagen

Die wichtigste Zahl steht am Anfang: Als Faustregel sollte die Warmmiete nicht mehr als rund ein Drittel Ihres monatlichen Nettoeinkommens ausmachen. Rechnen Sie ehrlich, denn zur Miete kommen Strom, Internet, Rundfunkbeitrag, Lebensmittel und Mobilität dazu, die bisher oft die Eltern mitgetragen haben. Für die Bewerbung um eine Wohnung sollten diese Unterlagen bereitliegen:
  • Mieterselbstauskunft (Formular des Vermieters oder formlos vorbereitet)
  • Einkommensnachweise wie Gehaltsabrechnungen, Ausbildungsvertrag oder Immatrikulationsbescheinigung
  • Schufa-Auskunft, einmal jährlich kostenlos als Datenkopie erhältlich
  • Bürgschaftserklärung der Eltern, die bei geringem eigenen Einkommen viele Vermietertüren öffnet
Gut zu wissen für die Finanzplanung: Die Mietkaution darf höchstens drei Nettokaltmieten betragen, und Sie haben das Recht, sie in drei Monatsraten zu zahlen. Das entzerrt die teuerste Phase des Auszugs spürbar. Und falls Sie noch in Ausbildung oder Studium sind: Das Kindergeld läuft auch nach dem Auszug weiter, es ist nicht an das Wohnen bei den Eltern gebunden.

Der Papierkram: Diese Anmeldungen stehen jetzt zum ersten Mal an

  • Ummelden beim Einwohnermeldeamt: innerhalb von zwei Wochen nach Einzug, mit der Wohnungsgeberbestätigung, die Ihnen der Vermieter ausstellen muss
  • Rundfunkbeitrag: Mit der ersten eigenen Wohnung werden Sie selbst beitragspflichtig, aktuell rund 18 Euro im Monat. Die Anmeldung geht online, sonst kommt die Post von selbst
  • Strom anmelden: am besten vor dem Einzug einen eigenen Tarif abschließen. Wer nichts tut, rutscht automatisch in die meist teurere Grundversorgung
  • Internet: früh kümmern, denn zwischen Bestellung und Schalttermin liegen oft zwei bis vier Wochen
  • Haftpflichtversicherung prüfen: Während der ersten Ausbildung oder des Erststudiums sind Sie häufig noch über die Eltern mitversichert. Ein Anruf bei deren Versicherung klärt das, bevor Sie unnötig doppelt zahlen
  • Hausratversicherung: bei einer ersten Einrichtung mit überschaubarem Wert verzichtbar, spätestens mit teurer Technik und neuen Möbeln aber sinnvoll
  • Nachsendeauftrag oder Rundmail: Bank, Handyvertrag, Ämter und Abos über die neue Adresse informieren

Erstausstattung: Die Tag-1-Liste und die Kann-warten-Liste

Der häufigste Fehler beim ersten Auszug ist der Versuch, die komplette Wohnung vor dem Einzug fertig zu kaufen. Das sprengt jedes Budget und führt zu Fehlkäufen, weil Sie die Wohnung noch gar nicht bewohnt haben. Trennen Sie stattdessen konsequent in zwei Listen.

Das brauchen Sie wirklich am ersten Tag

  • Matratze und Bettzeug, notfalls vor dem Bettgestell
  • Duschvorhang, Handtücher, Toilettenpapier und ein Basis-Set Hygieneartikel
  • Grundausstattung Küche: ein Topf, eine Pfanne, Geschirr und Besteck für zwei, ein scharfes Messer, Wasserkocher
  • Kühlschrank und Waschmaschinen-Lösung, wobei ein Waschsalon die ersten Wochen überbrückt
  • Lampen mit Glühbirnen, denn viele Wohnungen werden ohne einen einzigen Deckenanschluss mit Leuchte übergeben
  • Werkzeug-Basics, Verlängerungskabel, Erste-Hilfe-Kleinigkeiten

Das kann entspannt warten

  • Sofa, Esstisch und alles, was das Wohnzimmer schön macht: erst wohnen, dann kaufen
  • Deko, Teppiche, Vorhänge, die zweite Garnitur von allem
  • Küchengeräte jenseits der Grundausstattung, vom Mixer bis zur Kaffeemaschine mit Ambitionen
Vieles davon lässt sich gebraucht, aus Familienbeständen oder über Kleinanzeigen besorgen. Genau dafür lohnt sich die Kann-warten-Liste: Sie kaufen gezielt nach, statt in einer Wochenend-Aktion das Konto zu leeren.

Der Umzugstag: Warum der erste Umzug der günstigste ist

Die gute Nachricht zum Schluss: Der Auszug aus dem Kinderzimmer ist die kleinste Umzugsmenge, die Sie je haben werden. Ein Zimmer, ein paar Kartons, vielleicht ein Schrank und ein Schreibtisch. Genau dafür gibt es die passende Sparvariante: Bei einer Beiladung teilt sich Ihr Umzugsgut den Lkw mit anderen Transporten auf derselben Strecke, und Sie zahlen nur den Platz, den Sie belegen. Gerade beim Auszug in eine andere Stadt ist das oft deutlich günstiger als ein eigener Transporter samt Sprit und Kaution. Und wenn es doch mehr ist oder das Bett aus dem dritten Stock ohne Aufzug muss: Für Studentenumzüge bieten wir besonders preiswerte Tarife an, und wer nur kräftige Unterstützung statt Rundum-Service braucht, kann bei uns auch einzelne Umzugshelfer buchen. Das ist die verlässliche Alternative zu Freunden, die am Umzugsmorgen plötzlich Rückenschmerzen bekommen. Ein unverbindliches Angebot gibt es in wenigen Minuten über unsere Umzugsanfrage.

Häufige Fragen zum Auszug aus dem Elternhaus

Muss ich mich ummelden, wenn ich zum Studium ausziehe?

Ja. Sie können die neue Wohnung als Hauptwohnsitz anmelden oder, wenn Sie regelmäßig bei den Eltern sind, als Nebenwohnsitz führen. Achtung: Manche Gemeinden erheben eine Zweitwohnsitzsteuer, ein Vergleich lohnt sich vor der Entscheidung.

Was kostet die erste eigene Wohnung im Monat wirklich?

Rechnen Sie neben der Warmmiete mit Strom, Internet und Rundfunkbeitrag als feste Posten, dazu Lebensmittel und Mobilität. Verlässlicher als jede Pauschalzahl ist eine eigene Monatsrechnung mit den echten Tarifen an Ihrem neuen Wohnort.

Brauche ich für die erste Wohnung einen Bürgen?

Nur wenn Ihr eigenes Einkommen dem Vermieter nicht reicht, was bei Auszubildenden und Studierenden häufig der Fall ist. Mit der Bürgschaft haften die Eltern für die Miete, üblicherweise begrenzt auf die Höhe von drei Monatsmieten.

Wie viel Vorlauf braucht der Auszug?

Sechs bis acht Wochen sind komfortabel: Zeit für Vertragsabschlüsse, Internet-Schalttermin, das Zusammensuchen der Tag-1-Ausstattung und einen entspannt geplanten Umzugstermin statt einer Nacht-und-Nebel-Aktion mit geliehenem Kombi.